Über mich

In der Bündner Politik bin ich kein Neuling. Trotzdem hätte ich mir lange Zeit nicht vorstellen können, was ich heute sage: Ich, Peter Peyer, will Regierungsrat werden. Warum will ich das? Und wofür stehe ich? Diese zwei Fragen möchte ich in den nächsten Wochen und Monaten für die Wählerinnen und Wähler beantworten.

Kind einer Seconda

Ich bin in Igis als erster von zwei Söhnen einer Arbeiterfamilie aufgewachsen. Meine Mutter war Hausfrau und italienische Seconda. Mein Vater war Maschinenschlosser in der Ziegelei Landquart. Mein Bruder und ich hatten eine wirtschaftlich bescheidene, aber familiär behütete und glückliche Kindheit. Unsere Familie campte am Lago Maggiore, wanderte oder machte Velotouren. Die Wochenenden verbachten wir  oft im Naturfreundehaus „Jägeri“ ob Mastrils. 

Harte Arbeit, Bescheidenheit, Gradlinigkeit, Solidarität und Neugier wurden mir vermittelt. Die kleineren und grösseren Ungerechtigkeiten, die insbesondere meine Mutter als Frau, Seconda und angehörige der Arbeiterschicht erleiden musste, habe ich früh wahrgenommen.

Beharrlich für den Fortschritt

Nach der Sekundar- absolvierte ich die Handelsmittelschule. Eine Laufbahn in der Wirtschaft schien mir der richtige Weg. Doch nach 17 Wochen Artillerie-Rekrutenschule eine erste Wende: Ich will Kindergärtner, nicht Kaufmann werden. Zusammen mit einem Kollegen, der die romanische Abteilung besuchte, waren wir die ersten zwei Männer an der Bündner Frauenschule. Eine Kehrtwende, für die ich auch belächelt wurde. Aber jeder Fortschritt muss beharrlich erkämpft werden. Also blieb ich dabei. Sieben Jahre arbeitete ich als erster Mann in Graubünden auf diesem Beruf.

Zäsur mit Konsequenzen

Ein weltgeschichtliches Ereignis erlebte ich als Zäsur. Während dem militärischen Wiederholungskurs im Jahr 1989 hörte ich die Meldung am Radio: „Die Berliner Mauer ist gefallen.“ Der kalte Krieg zu Ende, endlich Frieden und Freiheit! Aber was tat unsere Armee? Eine erkennbare Neupositionierung gab es nicht. Da der Zivildienst noch nicht existierte, verweigerte ich aus Gewissensgründen. Für diese Entscheidung trug ich die Konsequenzen und sass zwei Monate im Churer „Sennhof“ in Halbgefangenschaft. Kurz darauf wurde der Zivildienst auch in der Schweiz eingeführt. Ein Fortschritt. Das war nur möglich, weil konsequente Menschen den Preis dafür nicht scheuten und für ihn Partei ergriffen.

Engagement als Beruf und Berufung

Als Konsequenz meines Engagements für gesellschaftlichen Fortschritt trat ich der SP bei. Ich wurde Sekretär der SP Graubünden, Mitarbeiter auf dem Sekretariat der SP Schweiz und im neuen Jahrtausend Präsident der Bündner Kantonalpartei. Parallel habe ich mich kulturell engagiert. Nebst einer Tour mit dem Bündner Theater „Alpodrom“ durch Graubünden und die Schweiz und verschiedenen Produktionsleitungen für Theater, Lesungen, die Alpinen Kulturtage Thusis und ein „Artist in Residenc“-Projekt übernahmen wir zu Dritt und voller Elan die Leitung des Kultursaals im frisch renovierten „Marsöl“ in Chur. Doch nach einem Jahr zeigte sich: Kultur lebt von Engagement und Ideen, ohne Geld geht es nicht. Dank der Unterstützung Dritter und viel Wohlwollen überlebte die Institution. Wir Gründungsmitglieder zogen uns aber zurück: viel gelernt, die Kurve noch gekriegt.

Nach den Erfahrungen in der Kulturszene machte ich mein soziales Engagement vor 15 Jahren zum Beruf, zuerst für die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes VPOD und dann für die Verkehrs- und Eisenbahnergewerkschaft SEV. Ich arbeite für jenen Teil der Wirtschaft, der täglich seine Arbeitskraft, sein Wissen und sein berufliches Engagement für den Wohlstand und den Fortschritt unserer Gesellschaft einsetzt.

Volkswirtschaft, real gelebt

Als Verhandlungsleiter für die Gesamtarbeitsverträge der Rhätischen Bahn, der Stadtbus Chur AG und dem Arbeitgeberverband Berner Bergbahnen setze ich auf Sozialpartnerschaft. Im übertragenen Sinne kehrte ich als Gewerkschaftssekretär zu der Interessenvertretung von Menschen wie meinen Eltern zurück. Ich ergreife auch beruflich Partei für sie.

Wenn Leute ihre Stelle verlieren, wegen gesundheitlichen Problemen auf die IV angewiesen sind, sich ausgeliefert fühlen, mit 50 Jahren keinen Job mehr finden oder wegen unbezahlbarer Rechnungen den Gang auf das Sozialamt machen müssen: ich weiss, wovon ich spreche. Die Realität ist für viele immer noch hart. Auch wenn sie fast alles richtig machen, kommt nicht alles gut. Wer im Leben vieles richtig macht und hart arbeitet, darf nicht bestraft werden. Diesen konkreten Fortschritt will ich erreichen.

Mittelständische Patchwork-Familie

Meine Tochter Lavinia ist 1993 geboren. Mein erstes „Date“ mit meiner Ehefrau Martina und ihrer damals zweijährigen Tochter Laura-Luz hatte ich an der 1. Mai-Feier 2002. Heute sind wir eine gut funktionierende Patchwork-Familie. Ich verdiene einen Lohn, von dem meine Eltern nur träumen konnten. Wir sind Häuschenbesitzer und haben das Glück, regelmässig Ferien im Süden zu machen. Auch deshalb ist Willy Brandts Leitidee „breite Schultern haben mehr zu tragen“ meine politische Motivation. Gerechte Verteilung der Lasten, gleiche Chancen am Start für alle, das ist für mich Fortschritt. Unsere Gesellschaft hat sich geöffnet. Unser Arbeitsleben und unser Bildungssystem sind durchlässiger geworden. Da möchte ich ansetzen und weiteren Fortschritt erkämpfen. Für die Leute, die vieles richtig machen, aber immer noch nicht auf einen grünen Zweig kommen.

Für konkreten politischen Fortschritt

Meine Tätigkeit in öffentlichen Ämtern beginnt 2003 mit der Wahl in den Grossen Rat, zuerst für den Kreis Chur, ab 2010 als erster Sozialdemokrat für den Kreis Trins. Als Mitglied der Kommission für Staatspolitik und Strategie sowie der Kommission für Wirtschaft und Abgaben konnte ich grosse Reformprojekte der letzten Jahre mitzugestalten: Neuer Finanzausgleich, Gebietsreform, Wirtschaftsentwicklungsgesetz. Offenheit, Hartnäckigkeit, Sachwissen und Humor – diese Eigenschaften helfen, um Mehrheiten für ausgewogene Reformen zu schaffen. Auf der Basis von Respekt im Grossen Rat über alle Parteigrenzen hinweg. Seit zwei Jahren sitze ich als Gewerkschafter zudem im Hochschulrat der HTW Chur, dem zuvor den Wirtschaftsverbänden vorbehaltenen strategischen Organ der für die Bündner Wirtschaft zentralen Bildungsinstitution. Auch das war bis vor Kurzem undenkbar. Gut so. Ich möchte, das sich das weiterentwickelt.

Mein Werdegang und meine Lebenserfahrung sind Ansporn für die Kandidatur als Regierungsrat: Mit Hintergrundwissen aus dem pädagogischen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Alltag in Graubünden sehe ich die ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Zusammenhänge. Ich kenne die Menschen und weiss aus Erfahrung, dass nicht immer für alle alles rund läuft. Aber ich weiss auch: Konkreter Fortschritt in Graubünden ist immer wieder möglich!

(Zum tabellarischen Lebenslauf hier)

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